1.) Die Einlagerung des Komplex Mauerbach im Salzbergwerk Altaussee
Der Komplex Mauerbach (KMB) ist eine Theatersammlung von rund 2.950 Bänden, die etwa 4.500 Theatertexte und Libretti aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert enthalten – eine Sammlung mit Kuriosa und Rara, die vor allem Theaterleute anspricht. Es gibt darin Exemplare, die als Arbeitsgrundlage dienten: Regisseuren und Theaterdirektoren, aber auch SouffleurInnen. Es gibt Textbücher, die mehrere Zensureintragungen enthalten, aus Laibach, Klagenfurt und Triest etwa, meist aus dem 19. Jahrhundert. Es ist eine Sammlung, die einen deutlichen Bezug zu Wien aufweist – die meisten Bücher sind hier erschienen, viele enthalten ein Datum (handschriftlich eingetragen), das auf die Erstaufführung des jeweiligen Stückes am Burgtheater verweist. Diese Theatersammlung ist von jemandem zusammengestellt worden, der dem Theater nahe war, praktisch und/oder theoretisch.
Die Zusammenstellung der Sammlung lässt darauf schließen, dass sie als Theatersammlung angelegt und bis 1942/1943 weitergeführt und 1943 oder 1944 im Salzbergwerk Altaussee eingelagert wurde. Dieser Einlagerungsort spricht für eine Herkunft der Sammlung aus einer bestimmten Institution, etwa einem Theater oder einem Theaterverein, aus dem privaten Besitz eines hochrangigen NS-Beamten oder eventuell aus einem geraubten Besitz.
Als im Lauf des Zweiten Weltkrieges den NS-Behörden klar wurde, dass die Bombardierungen auch die zusammengetragenen und geraubten Kunstwerke zerstören könnten, wurde begonnnen, diese aus den hoch gefährdeten Städten in diverse Einlagerungsorte auf dem Land zu transportieren. „Am 25. Juni 1942 wurde der Jurist Dr. Ludwig Baron Berg (1905-1952) vom Reichsstatthalter Baldur v. Schirach mit der zentralen Leitung der Bergungsmaßnahmen für staatliches und privates Kunstgut in Wien betraut.“[1]
Inwieweit Kunstschätze bzw. Bücher auch aus Theatergebäuden ausgelagert wurden, ist unklar. Laut der Historikerin Katharina Hammer war Dr. Berg auch für „Theater“ zuständig; in der Theaterhistoriographie ist diese Frage noch kaum bearbeitet. Die Theaterhistorikerin Evelyn Schreiner untersucht die Folgen des Krieges auf den Theaterbetrieb, sie geht jedoch nur kurz auf die Versuche zur Erhaltung der Theater bzw. den Schutz des Publikums ein: „Die Kulissenmagazine mußten aus den Theatern entfernt werden und der Fundus in verschiedenen Teilen Wiens aufbewahrt werden. Kronleuchter mußten abgenommen, brennbare Dinge aus dem Zuschauerraum entfernt werden.“[2] Theaterhäuser ohne Spielbetrieb, wie etwa das Bürgertheater im 3. Wiener Gemeindebezirk, das aufgrund der Vorgänge rund um die Arisierung und notwendige Renovierung des Hauses erst ab 1942 wieder bespielt wurde, fanden auch als Lager Verwendung. So dienten ausgewählte Räume des Bürgertheaters erst als Getreidelager, später von Jänner bis April 1941 der „Einlagerung von Heeresbeständen (Wäsche)“.[3] 1941 und 1942 wurden Fundus, Inventar und vorhandene Altmaterialien des Bürgertheaters zudem einer Schätzung unterzogen. In wieweit dies auch in anderen Theatern durchgeführt worden ist – allein um festzustellen, ob hier irgendwelche dringend benötigten Ressourcen zu holen wären – ist nicht erforscht; im Falle des Bürgertheaters war Grund der Schätzung vermutlich die anstehende Verpachtung des Hauses durch den Ariseur – die Gemeinde Wien – an Robert Valberg.[4]
Ab 1. September 1944 verlangte Goebbels den „totalen Kriegseinsatz der Kulturschaffenden“ und ließ die Theater schließen. Fallweise gab es noch Leseabende, auch vereinzelt Aufführungen im Akademietheater und im Theater in der Josefstadt.[5] Die Theater in Wien fanden ab September 1944 nur mehr in Ausnahmefällen als Spielstätten Verwendung. Unklar ist aber, ob ihre Ausstattung und anderes Inventar eines Theaters – Dekorationen und Kostüme, der Fundus, eventuell vorhandene Theaterbibliotheken bzw. Archive – aus den Gebäuden ausgelagert wurden.
1.) Die Einlagerung des Komplex Mauerbach im Salzbergwerk Altaussee
Erste Einlagerungen im Salzbergwerk von Altaussee wurden Ende August 1943 aus dem Bereich des Instituts für Denkmalpflege durchgeführt, im Oktober und November 1943 durch Dr. Herbert Seiberl (Leiter des Instituts für Denkmalpflege in Wien) und Dr. Franz Juraschek (Gaukonservator von Oberdonau).[6] Ab Jänner 1944 begann die Einlagerung des riesigen Bestandes von Kunstschätzen, der unter dem Namen „Sonderauftrag Linz“ für das „Führermuseum“ zusammengetragen worden war – ein großer Teil dieses Bestandes stammte aus beschlagnahmtem jüdischem Eigentum.[7] Ferner wurden Kunstgüter aus Deutschland und aus vom deutschen Heer besetzten Gebieten eingelagert, u.a. der Bestand der Schack-Galerie München, Kunstwerke aus dem Kloster Monte Cassino und der berühmte Genter Altar. Gegen Ende des Krieges befanden sich mehr als 7.000 Gemälde der bedeutendsten europäischen Maler, tausende Zeichnungen, hunderte Skulpturen, ganze Bibliotheken, bedeutende Möbel und Juwelen in den Stollen des Salzbergwerks. „Der Gesamtwert der eingelagerten Kunstwerke würde nach den heutigen Wertmaßstäben 50 Milliarden Euro bei weitem überschreiten.“[8]
Unter den Kunstschätzen befanden sich auch Bücher. Unklar ist, wann genau der KMB eingelagert wurde; von Anfang an aber dürften die Theaterbücher in 9 Kisten mit der Aufschrift „Solo Schuhpasta“ eingelagert worden sein.[9] Fakt ist, dass der KMB 1949 in diesen Kisten von den US-Behörden an die Republik Österreich übergeben wurde.[10] Diese Art der Verpackung scheint während des Krieges aufgrund des Ressourcenmangels und der immer zwingender werdenden Transporte nicht ungewöhnlich gewesen zu sein. Ernst Kubin beschreibt, dass etwa Goldmünzen aus dem Besitz des Kunsthistorischen Museums „in Zigarrenschachtel[n]“ auf die Reise gegangen seien.[11]
Soweit bis jetzt festgestellt, kamen Bücher vor allem in Zusammenhang mit anderen großen geraubten Sammlungen (wie der Bibliothek aus der Sammlung Rudolf und Marianne Gutmann) ins Salzbergwerk Altaussee.[12] Aus den Akten im Archiv des Bundesdenkmalamtes (im Weiteren: BDA-Archiv) wird die Einlagerung der Theatersammlung Edward Gordon Craig ersichtlich; außerdem ist von zwei großen „römischen Bibliotheken“ die Rede. Im Winter 1944 langt etwa ein Zug in Altaussee ein, der die gesamten Buchbestände der Bibliotheca Hertziana in Rom enthielt, ca. 1.000-1.500 Kisten umfassend.[13] Sowohl die Sammlung Craig als auch der KMB scheinen sich am Lagerort Oberes Kammergrafenwerk befunden zu haben.
2.) 1945 bis 1949 Unter amerikanischer Verwaltung
In den letzten Wochen der NS-Diktatur kamen von Seiten der NS-Führung widersprüchliche Befehle, was mit den Kunstschätzen passieren sollte. Einerseits herrschte die Politik der ‚verbrannten Erde‘ dahingehend, dass nichts Wertvolles „den Kommunisten“ und anderen in die Hände fallen sollte – dazu gab es einen entsprechenden Befehl Hitlers. Andererseits waren die Beamten, welche die Einlagerungen durchgeführt hatten, selbst Kunsthistoriker und sich der Einzigartigkeit der Schätze mehr als bewusst – ihre Intention war es, diese zu bewahren. Schließlich relativierte Hitler selbst den Befehl zur Vernichtung der Kunstschätze. Im Falle des Salzbergwerks Alt-Aussee kam es dennoch zu gefährlichen Situationen, da der Gauleiter von „Oberdonau“, August Eigruber, den Berg sprengen wollte. Dazu ließ er vier in Kisten verborgene US-Bomben in das Bergwerk transportieren, um sie im letzten Moment – also beim Eintreffen der Kriegsgegner – sprengen zu können. Aufgrund der Initiative von Beamten, aber auch von Bergarbeitern, die mit den Einlagerungen beschäftigt gewesen waren, wurden die Bomben vor dem Eintreffen der Amerikaner wieder aus dem Berg geschafft und die Eingänge zum Salzberg durch Sprengungen verschlossen. Die Kunstwerke kamen dabei nicht zu Schaden. Die amerikanischen Militärs staunten über die Menge und Qualität der angehäuften Kunstschätze.[14]
Nach der Öffnung des Bergwerks begannen die Amerikaner umgehend mit dem Abtransport der Kunstwerke zum Collecting Point München. Alle Gegenstände, deren Herkunft klar war, wurden so bald wie möglich ihren rechtmäßigen Eigentümern oder deren Erben zurückgegeben – darunter auch die 1948 an Frankreich restituierte Sammlung Craig. Bei der Öffnung des Bergwerks ließ die amerikanische Verwaltung zwar kein Inventar angefertigt, doch aufzeichnen, was den Einlagerungsort verließ.
1947 befanden sich die 9 oder 10 Kisten „Solo“, wie sich die Theatersammlung (der heutige Komplex Mauerbach) in den Dokumenten immer wieder betitelt findet, noch im Salzbergwerk Altaussee und waren nach wie vor – gemeinsam mit zumindest einem Teil der Sammlung Craig – im Kammergrafenwerk eingelagert. Nach einer Aktennotiz spekulierte man damals im Österreichischen Bundesdenkmalamt, ob diese „Solo“-Kisten nicht ein Teil der Sammlung Craig wären.[15] Doch vermutlich aufgrund der unterschiedlichen Kennzeichen auf den Kisten (die Craig-Kisten waren durch Buchstaben gekennzeichnet, der KMB dagegen befand sich in den „Solo“-Schuhpasta-Schachteln) ging man dieser Annahme nicht weiter nach – zumindest gibt es keinen Beleg dafür.
1948 wurden die Craig-Kisten und die „9 Kisten 'Solo'“ noch gemeinsam genannt. Die Property Control and Restitution Section der amerikanischen Militärregierung übernahm beide Bestände und gab sie vorläufig nicht an die österreichische Regierung weiter:
Bestätigung. Der Unterzeichnete bestätigt hiemit als Bevollmächtigter der amerikanischen Militärregierung, Property control, restitution section, den Empfang der folgenden Kunstgegenstände, welche sich bisher im Depot Salzberg Alt-Aussee befanden und der Rechtsprechung und Kontrolle der österreichischen Regierung nicht freigegeben wurden: […], Inv.Nr. 775-783 9 Kisten, sign. A-H. bzw. D I.Altaussee; 1 Kiste sign. I.; 9 Kisten ‚Solo‘, […] Salzberg, Alt-Aussee, am 14.7.1948. Gez. Sgt. John J. Erickson, Property Control and Restitution section.“[16]
Erst danach wurden die Craig-Kisten und der KMB unterschiedlich behandelt, die Craig-Kisten wurden am 9. Juli 1948 zur Überführung nach Salzburg freigegeben[17] und, wie gesagt, von dort aus restituiert.
Der KMB hingegen wurde schließlich im März 1949 von der US-Army an die österreichische Verwaltung in Salzburg übergeben. Dies wird durch folgendes Dokument, ausgestellt von der US-Army am 9. März 1949, Salzburg, Residenzplatz 1, belegt:
„Receipt of 10 cases, containing Austrian theatre literature, recovered from Alt-Aussee Saltmine, from Commanding General, United States Forces in Austria, is hereby acknowledged on behalf of the Austrian Federal Government by the undersigned Oberregierungsrat Dr. Paul Horner, who is duly authorized to receive said items and to execute this receipt and agreement."[18]
Unterschrieben ist dieses Dokument von Vernon R. Kennedy, Dr. Paul Horner u.a. Im Weiteren findet sich folgende „Niederschrift“: „Gegenstand bildet die Uebernahme bezw. Uebergabe von 10 (zehn) Kisten mit oesterreichischer Theaterliteratur bezeichnet mit ‘Solo’, […]“ von der US Militärregierung an Depotleiterin (in der Residenz Salzburg) Dr. Erika Kirchner: „Die oben beschriebenen zehn Kisten wurden am heutigen Tage aus dem Depot der Property Control uebernommen und im Chorumgang der Franziskanerkirche eingelagert.“[19]
Aus den Dokumenten wird auch klar, dass diese Theatersammlung zu den Gegenständen mit unbekannter Herkunft gehörte – sie fand sich auf folgender Liste: „Verzeichnis der in Verwahrung des Bundesdenkmalamtes befindlichen Gegenstände, deren Eigentümer unbekannt sind“, auf S. 13, Nr. 73: „10 Kisten österr. Theaterliteratur“, Verwahrungsort: „Salzburg-Residenzdepot“; unter den Rubriken „Eigentümer od. Herkunft“ u. „Anmerkung“ finden sich keine Angaben.[20]
Offensichtlich ist, dass sich die US-Army um Restitution bemühte und auch versuchte, den österreichischen Behörden nur Gegenstände zu übergeben, die auch aus Österreich stammten. Was bewog nun die US-Behörden 1949, die „Solo“-Kisten an die österreichischen Behörden zu übergeben? Gab es einen eindeutigen Hinweis auf die österreichische Herkunft? Als solch ein eindeutiger Hinweis ist die Zusammenstellung der Sammlung zu werten: Wie eingangs beschrieben, hat der größte Teil der Theaterbücher hat einen Wien-Bezug, entweder als Erscheinungs- oder als Erstaufführungsort.
Allerdings wird aus den Akten nicht klar, ob Angehörige der US-Army diese Theatersammlung wirklich durchgesehen haben, oder ob sie vielmehr aufgrund ihrer relativen Wertlosigkeit (im Vergleich mit Gemälden und Münzsammlungen etwa) ohne weitere Recherchen an die österreichischen Behörden übergeben wurde.
3.) Die 1960er Jahre
In den Jahren zwischen 1949 und 1965 wurde es erstaunlich ruhig um die Gegenstände, die nun unter österreichischer Verwaltung standen, deren Herkunft aber ungeklärt war. In der Sekundärliteratur, etwa von Sophie Lillie, werden die Vorgänge folgendermaßen beschrieben: 1960 verwahrte das Denkmalamt viele hundert Gegenstände aus ehemals enteignetem Besitz. „Die meisten Objekte waren 1945 von der US-Armee an Bergungsorten in Österreich aufgefunden und an den US-amerikanischen Central Collecting Point in München überführt worden.“ Ab den späten 1940er Jahren beanspruchte das Denkmalamt die Repatriierung der Gegenstände und wurde beauftragt, für die Restitution zu sorgen. Als der Collecting Point aufgelöst wurde, kam ein Posten von rund 1.000 unidentifizierten Gegenständen nach Österreich. „Dieser umfasste hauptsächlich Bestände des sogenannten 'Sonderauftrag Linz', aber auch Ausstattungsgegenstände der 'Führerresidenzen' auf Schloss Posen und dem Obersalzberg sowie des 'Braunen Hauses' in München, der Parteizentrale der NSDAP.“[21]
1966 schließlich wurden die diversen "Restbestände" in der Kartause Mauerbach eingelagert, wie Gerhard Sailer (Wien 1931-2002 ebenda), Präsident des Bundesdenkmalamts von 1982 bis 1997, berichtet:
„Ergänzend zur Schaffung der beiden als Auffangorganisationen geschaffenen Sammelstellen 'A' und 'B' wurde 1966 das vom Bundesdenkmalamt in verschiedenen Depots verwahrte und ihm sonst zugekommene Kunstgut in Räumlichkeiten des an der westlichen Staatsgrenze [sic] Wiens gelegenen ehemaligen – unter Kaiser Joseph II. 1782 aufgehobenen – Kartäuserklosters Mauerbach zusammengeführt.“[22]
Sailer berichtet weiters, dass die Räumlichkeiten auf ihre Eignung für eine Kunstlagerung geprüft worden seien. Das eingelagerte Kunstgut setzte sich folgendermaßen zusammen:
„1. Der Restbestand 1952 aus dem CACP München, der etwa ¾ der Objekte umfasste: Es handelte sich dabei um Objekte, die auf Grund der Erhebungen der US-Forces vermutlich mit Österreich in Verbindung zu bringen waren, deren Herkunft aber auch von den Amerikanern letztlich nicht eruiert werden konnte;
2. Bestände aus dem SS-Depot Schloß Fischhorn in Bruck an der Glocknerstraße (Salzburg), jenem Schloß, in dem amerikanische Truppen am 8. Mai 1945 den dorthin geflüchteten ehemaligen Reichsmarschall Hermann Göring verhafteten;
3. Restbestände aus dem Bergungsort Salzberg Altaussee sowie aus den verschiedenen Depots in Wien, Linz und Salzburg;
4. Kunstgegenstände, die nach dem Abzug der Besatzungsmächte in alliierten Kommandanturen oder anderen Dienststellen vorgefunden wurden;
5. Restbestände, die in den Bergungsorten des Reichsstatthalters von Wien zurückgeblieben und von niemanden übernommen worden waren;
6. Herrenloses, in den Kriegs- und Nachkriegswirren gefundenes Kunstgut, das sich in einem Depot der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland befunden hatte.“[23]
Diese Restbestände umfassten: „8422 Einzelstücke, darunter 657 Gemälde, 84 Aquarelle, 250 Zeichnungen etc., aber auch 3.343 Münzen und 2.981 Bücher und Broschüren in 10 Kisten, vor allem Theaterliteratur des Reclam-Verlages in Paperback.“[24] Hier wird der KMB erstmals in der Literatur erwähnt, wenn auch die Beschreibung nicht korrekt ist, da nur ein geringer Teil der Bücher aus Reclamheften in Paperback besteht.
Folgende Stellen waren mit der Materie befasst: das Bundesministerium für Finanzen, das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten, das Bundesministerium für Unterricht, das Bundesdenkmalamt (als verwahrende Stelle) und die Finanzprokuratur.[25] Die zuständigen Beamten im Bundesdenkmalamt waren der schon erwähnte Ludwig Berg und später Edith Podlesnigg. Interessant ist die Karriere von Administrations-Rat Dr. Ludwig Berg während und nach der NS-Zeit, im Folgenden dargestellt von der Historikerin Katharina Hammer. Während des Krieges war in Wien Reichsstatthalter Baldur von Schirach auch Chef der Kunstgütersicherung, eine Aufgabe, bei der er Unterstützung hatte:
„Ihm zur Seite stand der 'Reichskulturreferent' Dr. Hermann Stuppäck, und innerhalb der Behörde wurde nun eine eigene Abteilung zur Durchführung der verschiedenen Luftschutzmaßnahmen auf kulturellem Gebiet geschaffen, der Dr. Ludwig von Berg vorstand. Er hatte nicht nur den Kontakt zwischen dem Gauleiter und den Direktoren der staatlichen Museen aufrechtzuerhalten und ihre Tätigkeit zu koordinieren, ihm unterstand auch die Sicherung anderer Institutionen von kultureller Bedeutung wie der Wiener städtischen Sammlungen, des Heeresmuseums, der Akademien, Theater und Bibliotheken, des kirchlichen Eigentums und der zahlreichen Privatsammlungen, ein gewaltiger Aufgabenbereich also.“[26]
Hammer schildert Dr. Bergs weiteren beruflichen Werdegang nach dem Krieg folgendermaßen:
„Aber nicht nur das 'Fußvolk' unter den Beamten sorgte dafür, daß die Dinge so rasch wie möglich wieder ins Lot kamen. Manchmal bewährte es sich auch, einen früheren Exponenten nun in untergeordneter Position wieder zu verwenden, damit wenigstens jemand da war, der Bescheid wußte, weil er auch in 'geheime' Agenden eingeweiht gewesen war. So erhielt Dr. Ludwig von Berg, 'vorher' in der Reichsstatthalterei an maßgeblicher Stelle und mit der Kunstgüterbergung von Anfang an vertraut, nun im Bundesdenkmalamt einen Platz, von dem aus er – unermüdlich und in gleichbleibender Einsatzbereitschaft – aktiv und helfend eingreifen konnte.“[27]
Diese Einschätzung Hammers klingt einerseits logisch, andererseits aber auch naiv, denn nun wurden Beamte, die an unrechten, ja verbrecherischen Vorgängen beteiligt gewesen waren, dazu eingesetzt, genau diese Vorgänge zu untersuchen. (Unter ähnlichen Prämissen ist auch Joseph Gregors Arbeit während und nach der NS-Zeit zu sehen.) Hammers weitere Darstellung der Geschehnisse rund um die Kunstgegenstände, die in Altaussee eingelagert waren, ist nicht ganz korrekt. Sie schreibt, dass am 27. März 1946 die USFA (United States Forces in Austria) den Altausseer Salzberg, und auch alle Gegenstände, die österreichischer Herkunft waren, an Österreich übergeben hätte: „Für die Republik Österreich übernimmt das Bundesdenkmalamt die Aufgabe der Verwaltung der Güter bis zu ihrer Rückstellung.“[28] Wie oben belegt, wurden die Gegenstände aber erst in späteren Jahren übergeben: Teile der Sammlung Craig 1948 an Frankreich, die „Solo“ Theatersammlung (der heutige KMB) 1949 an Österreich. Korrekt sind die Angaben, dass Dr. Berg mit der Verwahrung und Betreuung betraut wurde, und nach dessen Tod Frau Dr. Edith Podlesnigg für die Verwaltung und Rückstellung der Kunstgüter im Bundesdenkmalamt zuständig war.[29]
Die KMB-Theatersammlung dürfte Teil des oben unter Nr. 1 beschriebenen „Restbestand 1952 aus dem CACP München, der etwa ¾ der Objekte umfasste“ gewesen sein, also Teil der „Objekte, die auf Grund der Erhebungen der US-Forces vermutlich mit Österreich in Verbindung zu bringen waren, deren Herkunft aber auch von den Amerikanern letztlich nicht eruiert werden konnte […]“.[30] Dies wird auch belegt durch eine „Ablichtung der seinerzeitigen amerikanischen Transportlisten des sogenannten Münchner-Restbestandes“. Leider findet sich nur der Beibrief in den Akten, nicht aber die Liste.[31] Der Beamte Kurt Haslinger, der „Mauerbach und den langen Weg bis zur Auktion“ beschrieb, erwähnt die Theaterbücher: „Die zahlenmäßig größten Positionen waren die Münzen mit 3.343 Stück und die Theaterliteratur mit 2.981 einzelnen Büchern, Broschüren und Heftchen.“[32]
Anders als von Seiten der Verwalter oft behauptet, waren nach Sophie Lillie die Vorbesitzer weiterer Kunstgegenstände durchaus bekannt: „Bei der Sammlung Mauerbach handelte es sich keineswegs um 'herrenlose' Kunstgegenstände, die von den Nationalsozialisten aus unbekannten Besitz enteignet wurden. Im Gegenteil: Die EigentümerInnen von Mauerbach-Objekten waren den österreichischen Behörden in zahlreichen Fällen bekannt.“[33] Auch die einzelnen Gesetzesregelungen, die dazu führten, dass bei der Mauerbach-Auktion ersteigerte Gegenstände nun theoretisch nicht mehr restituiert werden müssen, sind wissenschaftlich aufbereitet.[34]
Soweit zur Sekundärliteratur; in den Akten des BDA-Archivs, worin die Vorläufe und Aktengänge rund um den „Entwurf eines Kunst- und Kulturgut-Bereinigungsgesetzes“ von 1965 bis 1972 dokumentiert sind, kann der weitere Umgang mit der Theatersammlung „unbekannter Herkunft“, die unter österreichischer Verwaltung stand, genauer verfolgt werden.[35]
Wie aus diesen Dokumenten hervorgeht, wurden 1966 aufgrund eines Berichtes „des Abend-Expreß und anderer Zeitungen über eine Pressekonferenz mit Herrn Ing. Wiesenthal“ von Seiten des „Bundesministeriums für Finanzen genaue Erhebungen“ betreffend der vom Bundesdenkmalamt verwahrten Gegenstände begonnen. Das belegt ein „Entwurf“ vom 1. März 1966.[36] Darin geht es um die Reaktion auf „Herrn Ing. Wiesenthals“ Behauptung, dass die Republik Österreich um Kunstgegenstände, die als herrenloses Gut übergeben worden waren, ein „merkwürdiges Geheimnis“ mache. Die Meinung der Beamten nun war: „Es ist sicher, dass von den Bildern (und den anderen Sachen) nur wenige früheres Eigentum verfolgter Personen sind.“ Zum Vorschlag Wiesenthals, Listen mit Gegenständen international aufzulegen, meinten sie: „Die Hinterlegung von Listen bei den österr. Auslandsvertretungen wäre ein völlig ungeeignetes Mittel, die früheren Eigentümer zu finden.“[37]
Dieser „Entwurf“ spiegelt eine gewisse Ahnungslosigkeit, was den Raub von Gütern betrifft, einen Mangel an Vorstellungskraft darüber, dass auch „wertlose“ Gegenstände für den Besitzer einen Wert darstellen, auch wenn dieser nicht unbedingt im materiellen Bereich liegt. Und die Gegenstände über die von Wiesenthal vorgeschlagenen Listen bekannt zu machen, erschien den Beamten zweifelhaft, da es bei Forderungen eventuell zu Enttäuschungen kommen könnte.
Im Zuge der Vorläufe rund um den „Entwurf eines Kunst- und Kulturgut-Bereinigungsgesetzes“ wird auch der weitere Umgang der Behörden mit der Theatersammlung deutlich. Am Montag, 11. Juli 1966, wurde eine Besprechung über den „Entwurf eines Kunst- und Kulturgut-Bereinigungsgesetzes“ im BMF anberaumt. Ein Punkt auf der Tagesordnung hieß: „4.) Übertragung von 10 Kisten Theaterliteratur an die Österreichische Nationalbibliothek“. [38] In der Akte „Restitution Theaterliteratur“, BMfU vom 27.4.1966, finden sich folgende Vorgänge dokumentiert:[39]
Am 27. April 1966 erging vom BMfU, Ministerialrat Dr. Karl Haertl, folgender Brief an den Theaterhistoriker und Leiter der Theatersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek 1954 bis 1966 Dr. Franz Hadamowsky (1900-1995):
„Sehr geehrter Herr Hofrat!
Dem Bundesministerium für Unterricht ist vor einiger Zeit zur Kenntnis gelangt, daß sich unter den derzeit noch vom Bundesdenkmalamt verwahrten Kunst- und Kulturgütern auch 10 Kisten mit Theaterliteratur befinden. Diese theaterwissenschaftliche Sammlung ist während der NS-Zeit ihrem Eigentümer entzogen worden; wer dieser Eigentümer war, konnte jedoch bis jetzt nicht festgestellt werden.
Ich darf Sie daher, sehr geehrter Herr Hofrat, höflich bitten, sich mit dem Institut für Theaterwissenschaften [sic] an der Universität Wien und der Österreichischen Nationalbibliothek in Verbindung zu setzen und eine genauere Überprüfung dieser Sammlung nach deren Überführung in die Obhut der Österreichischen Nationalbibliothek durchzuführen, damit deren Herkunft geklärt und ihr weiteres Schicksal festgelegt werden kann. […]“[40]
Ein sehr ähnlicher Brief ging ebenfalls am 27. April 1966 an die Österreichische Nationalbibliothek und an das Institut für Theaterwissenschaft:
„[…] Diese theaterwiss. Bibliothek ist während der NS-Zeit ihren Eigentümern entzogen worden. Da bis jetzt nicht festgestellt werden konnte, in wessen Eigentum diese Sammlung szt. stand, wurde gebeten, diese 10 Kisten in die Obhut der Österr. Nationalbibliothek zwecks näherer Prüfung zu überführen.
Es darf daher gebeten werden, die erwähnte Sammlung nach ihrem Einlangen in der Österr. Nationalbibliothek im Einvernehmen mit den anderen in dieser Sache befassten Stellen bzw. Personen einer genaueren Untersuchung zu unterziehen und über deren Resultat anschließend dem Bundesministerium für Unterricht zu berichten.“[41]
Also wurden im April 1966 Franz Hadamowsky, die Österreichische Nationalbibliothek und das Institut für Theaterwissenschaft damit beauftragt, die Herkunft der Theaterbücher (KMB) zu untersuchen. Dabei gingen die Behörden von der Annahme aus, dass die Theatersammlung „während der NS-Zeit ihrem Eigentümer entzogen“ worden war. Die Untersuchung scheint ohne Ergebnisse verlaufen zu sein. Am Aktenumschlag jedoch findet sich folgender Eintrag:
„So weit der Gef. bekannt ist, hat der verstorbene Adm. Rat Dr. Ludwig Berg schon szt. die Theaterliteratur überprüfen lassen. Die Überprüfung erfolgte damals durch HR Dr. Joseph Gregor, der jedoch auf Grund einer stichprobenweisen Überprüfung keinen Hinweis auf eine bestimmte österr. Theatersammlung finden konnte. Auch die Überprüfung einer Widmung zur Identifizierung des Eigentümers verlief ergebnislos. Der häufig erwähnte Verlag Kosel wurde gleichfalls befragt, konnte aber auch keinen Hinweis auf die Herkunft der Literatur geben.“[42]
Im Weiteren wird noch angefragt, wann die Kisten der NB zugestellt werden können:
„Das BDA gestattet sich auf den Erlaß des BMfU vom 27.4.66, Zl.64.252-II/1/66 Bezug zu nehmen, mit welchem die österr. Nat.Bib. gebeten wurde, 10 Kisten Theaterliteratur, welche vom BDA verwahrt werden, zur Überprüfung der Herkunft der Literatur zu übernehmen. Das BDA bittet um Mitteilung, wann die Kisten der österr. Nationalbibliothek zugestellt werden können.“[43]
Danach gibt es aber keine weiteren Hinweise mehr. Die „Gefertigte“ ist Frau Staatskonservator Dr. Edith Podlesnigg; der Akt ist datiert mit „Wien, am 18. Mai 1966“.[44]
Nach diesen Dokumenten zu urteilen, wurde 1966 zwar der Versuch unternommen, die Herkunft der Theatersammlung zu eruieren, aber ohne Erfolg. Dieser Versuch wird belegt durch den Inhalt der „Mappe 2: Depot Mauerbach Theaterliteratur“[45], die eine Liste der in den Büchern vorhandenen Besitzvermerke und Stempel enthält. Aus den Dokumenten wird weiters klar, dass der KMB nicht an die Nationalbibliothek ging. Er scheint vielmehr in Akten der Finanzlandesdirektion und des Bundesdenkmalamts auf,[46] bis er am 23. Juli 1969 von der Finanzlandesdirektion an das Bundesdenkmalamt übergeben wurde. Dies wird durch folgende Bestätigung über die Einlagerung der Theaterbücher in Mauerbach belegt:
„Die Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland, GA XV (Vermögenssicherungs- und Rückstellungsangelegenheiten) übergibt am heutigen Tage 10 Kisten Theaterliteratur ‚Solo‘ an das Bundesdenkmalamt zur Einlagerung in der Kartause Mauerbach. Der Inhalt der Kisten ist aus der beiliegenden Liste ersichtlich. Wien, am 23. Juli 1969“
Gezeichnet vom Übergeber Xeissl und einem unleserlichen Übernehmer. [47]
Anders als bei den meisten Kunstgegenständen, die schließlich nach Mauerbach kamen, wurde im Falle des KMB durchaus versucht, dessen Herkunft zu ermitteln. Allerdings wurden dazu Beamte und andere Fachleute wie Ludwig Berg, Joseph Gregor und Heinz Kindermann vom Institut für Theaterwissenschaft herangezogen, Männer, die während der NS-Zeit beruflich stark engagiert und in die Vorgänge involviert gewesen waren. Ob es für sie von Interesse gewesen sein konnte, die Herkunft dieser sehr spezifischen Sammlung zu eruieren, sei dahingestellt – die Anfragen und Bemühungen führten nach Aktenlage zu keinen Ergebnissen. Offen bleibt auch die Frage, wo sich die Theatersammlung von 1949 (Einlagerung in den Chorumgang in der Franziskanerkirche in Salzburg) bis 1969 (Einlagerung in der Kartause Mauerbach) befand.
Am 2. September 1969 erschien im Amtsblatt zur Wiener Zeitung folgender Sonderdruck: „Liste mit einer Beschreibung des im Gewahrsam des Bundesdenkmalamtes befindlichen und in der Anlage zum Bundesgesetz vom 27. Juni 1969 (BGBl. Nr. 294 vom 14. August 1969) zahlenmäßig angeführten Kunst- und Kulturgutes, gemäß § 1 Abs. 2 dieses Bundesgesetzes“. Unter der Rubrik „Bücher“ findet sich als erster und größter Posten „Theaterliteratur“, als Nummer 1123, mit 2982 Subpositionen.
Fast zehn Jahre später, am 12. März 1979, berichtete Edith Podlesnigg dem Bundesministerium für Finanzen von folgenden Rückgaben aus der Liste der Theaterbücher:
"Außerdem sind folgende Sub-Positionen der Wiener Zeitung-Post 1123 (Theaterliteratur) bereits zur Ausfolgung gelangt:
102, 1210, 2569, 2585, 2697, 2715 an Prof. Richard Paul Beck;
1773, 1774, 1775, 1776 an Emilie Graubard;
2663 an Oskar Zappert."[48]
Von den genannten Positionen lassen sich auf Grund des Sonderdrucks aus der Wiener Zeitung, 2. September 1969, Bücher, Theaterliteratur, 1123 die betreffenden Texte identifizieren: 102 Beck, Karl: Saul; 1210 Karlweis, C. Der kleine Mann; 1773-1776: Nestroy, diverse Texte; 2569: Weiße, C.F. Die Befreiung von Theben u.a.; 2585: Werfel, Franz Paulus unter den Juden; 2663: Zappert, Bruno Ein Böhm’ in Amerika; 2697: Zweig, Arnold Die Sendung Semaels; 2715: Anzengruber, Ludwig Das vierte Gebot. [49]
Nach den Unterlagen des BDA-Archivs meldete Oskar Zappert am 9. September 1969 den Eigentumsanspruch an die Position 2663 in der Liste des Kunst- und Kulturgutes an. Ein entsprechendes Schreiben ging von der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland an das Bundesdenkmalamt:
„Herr Oskar Zappert,
wohnhaft in 1100 Wien X., Davidgasse 76-80/10/11 hat am 9. September 1969 bei der ho. Geschäftsabteilung eine Anmeldung gemäss dem Bundesgesetz vom 27. Juni 1969 über die Bereinigung der Eigentumsverhältnisse des im Gewahrsam des Bundesdenkmalamtes befindlichen Kunst- und Kulturgutes, BGBl. Nr. 294, eingebracht und Eigentumsansprüche auf folgende Positionen des in der Liste enthaltenen Kunst- und Kulturgutes geltend gemacht: 2663.“[50]
Weitere Unterlagen zu den Kunstgegenständen (hier das Buch Nr. 2663) waren nicht vorhanden (BDA an Finanzlandesdirektion). Am 10. Dezember 1973 unterschrieb Oskar Zappert eine Übernahmebestätigung. [51]
Richard Paul Beck meldete am 28. Dezember 1970 den Eigentumsanspruch auf elf Positionen in der Liste des Kunst- und Kulturgutes an, darunter auf sechs Bücher aus der Theatersammlung. Ein entsprechendes Schreiben ging von der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland an das Bundesdenkmalamt:
„Herr Richard Paul Beck,
wohnhaft in 1190 Wien XIX., Weinzingergasse 14/38 hat am 28. Dezember 1970 bei der ho. Geschäftsabteilung eine Anmeldung gemäss dem Bundesgesetz vom 27. Juni 1969 über die Bereinigung der Eigentumsverhältnisse des im Gewahrsam des Bundesdenkmalamtes befindlichen Kunst- und Kulturgutes, BGBl. Nr. 294, eingebracht und Eigentumsansprüche auf folgende Positionen des in der Liste enthaltenen Kunst- und Kulturgutes geltend gemacht: 157, 199, 323, 620, 905, 1123/102, 1123/1210, 1123/2569, 1123/2585, 1123/2697, 1123/2715.“[52]
Laut Auskunft des BDA an die Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und das Burgenland, datiert mit 21. November 1972, hatte ein „protokollarisch vermerkter Akt Richard Paul Beck, Zl: 5170/DSCH/38“, existiert, war jedoch scheinbar „in den Wirren der Nachkriegszeit in Verlust geraten“ [53]. Am 10. Dezember 1973 unterschrieb Richard Paul Beck eine Übernahmebestätigung betreffend die sechs Bücher; die anderen Gegenstände, (laut handgeschriebener Liste vier Gemälde und ein Teeservice) werden auf der Übernahmebestätigung nicht genannt.[54]
“Übernahme- Übergabe – Bestätigung
Das Bundesdenkmalamt übergibt am heutigen Tage die nachstehend genannten Bücher aus dem Depot Mauerbach
Herrn Prof. Richard Paul Beck:
Wiener Zeitung Nr. 102 ‚Saul’, ein Trauerspiel von Karl Beck,
1210 ‚Der kleine Mann’, Wiener Schwank von C. Karlweis,
2569 ‚Trauerspiele’, von C. F. Weiße,
2585 ‚Paulus unter den Juden’, Dramatische Legende von Franz Werfel,
2697 ‚Die Sendung Semaels’ Jüdische Tragödie von Arnold Zweig,
2715 ‚Das vierte Gebot’, Volksstück von L. Anzengruber.
Wien, am 10. Dezember 1973“
Unterzeichnet wurde dieses Übernahmebestätigung vom Übergeber Dr. Edith Podlesnigg, und vom Übernehmer Richard Paul Beck.
Am 23. November 1971 meldete Emily Graubard, geb. Oppenheim, ihren Eigentumsanspruch auf acht Positionen in der Liste des Kunst- und Kulturgutes an, darunter auf vier Bücher aus der Theatersammlung. Ein entsprechendes Schreiben ging von der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland an das Bundesdenkmalamt:
„Frau Emily Graubard, geb. Oppenheim,
wohnhaft in 3131 Harrison Street, Hollywood, Florida 33021, USA,
hat am 23.11.1971 bei der ho. Geschäftsabteilung eine Anmeldung gemäss dem Bundesgesetz vom 27. Juni 1969 über die Bereinigung der Eigentumsverhältnisse des im Gewahrsam des Bundesdenkmalamtes befindlichen Kunst- und Kulturgutes, BGBl. Nr. 294, eingebracht und Eigentumsansprüche auf folgende Positionen des in der kundgemachten Liste enthaltenen Kunst- und Kulturgutes geltend gemacht: 12, 76, 673, 868, 1123/1773, 1123/1774, 1123/1775 und 1123/1776.“[55]
Weitere Unterlagen werden hier nicht genannt; aber es gibt eine Art Protokoll, das die Absprachen zwischen Frau Graubards Vertreter (Dr. Kurt Lindenthaler) und Frau Dr. Podlesnigg vom BDA wiedergibt:
„AstV. [Antragstellervertreter] bringt vor: wie im Antrag (O)N 1 und ergänzt. Die gesuchten Gegenstände befanden sich im Jahre 1938 bei einer Spedition Wanko und sollten nach Triest und von dort nach Amerika gebracht werden. Dabei seien 2000 Bücher gewesen, die nicht angekommen seien.
Es war sicherlich so, dass von diesen 2000 verloren gegangenen Büchern vier Bücher, nämlich die vier gesuchten nach der Überschrift der Titel mit den in der Wr. Zeitung unter Pos. 1123 Subzahlen 1173-76 ident waren. Die anderen Subzahlen […]“
waren nicht interessant, da Frau Graubard diese Titel nicht besaß.
„Dr. Podlesnigg gibt dazu informativ an:
die Theaterliteratur war in 10 Kisten mit der Aufschrift Solo Schuhpasta[.] In diesen 10 Kisten war, wie sich auch aus der Wr. Ztg. ergibt vorwiegend Theaterliteratur woraus der Schluss berechtigt ist, dass diese einzelnen Bücher aus einer Theaterliteratursammlung stammen."[56] […]
Obwohl Podlesnigg betonte, dass die angeforderten Bücher aus einer Theaterbuchsammlung stammten (was Emilie Graubards Büchersammlung nicht war), wurde ein Vergleich gezogen: Die Theaterbücher wurden der Antragstellerin z.H. Dr. Kurt Lindenthalers ausgefolgt. Am 5. Dezember 1974 unterschrieb Dr. Kurt Lindenthaler als Vertreter von Emilie Graubard eine Übernahmebestätigung betreffend die vier Bücher, die anderen Gegenstände wurden auf der Übernahmebestätigung nicht genannt.
“Übernahme - Übergabe – Bestätigung
Das Bundesdenkmalamt übergibt am heutigen Tage gemäß Vergleich vom 28. November 1974, Zl: 50 Nc 22/74, Herrn RA Dr. Kurt Lindenthaler als Vertreter der Frau Emilie (!) Graubard die nachstehend genannten Bücher:
Pos. Nr. d Amtsblattes der Wiener Zeitung Ne.202 v.2.9.1969: Bezeichnung des Objektes:
1123/ Subzahlen 1773 Nesselrode F.G.v. ‚Wer hätte das gedacht’
1774 Nestroy Johann ‚Eulenspiegel oder Schabernack über Schabernack’
1775 Nestroy Johann ‚Freiheit in Krähwinkel’
1776 Nestroy Johann ‚Glück, Missbrauch und Rückkehr oder Das Geheimnis des grauen Hauses.’
Wien, am 5. Dezember 1974“
Unterzeichnet wurde dieses Übernahmebestätigung vom Übergeber Dr. Edith Podlesnigg und vom Übernehmer Dr. Kurt Lindenthaler.
Die Anmeldung Graubards existiert auch im Staatsarchiv, wenn sich hier auch der Vorgang etwas anders darstellt.[57] Laut diesen Akten füllte Emily Ortner Graubard, geb. E. Oppenheim, eine Anmeldung gemäß dem „Bundesgesetz vom 14. August 1969“ an, worin sie u. a. ein Auto, Gemälde und „Bücher“ beanspruchte (zum Punkt Bücher finden sich hier keine näheren Angaben). Auf die Frage, wie das Gut geraubt wurde, schrieb sie: „Von Parteimitglied Peter Fischer, im April 1938 aus der Wohnung IX. Frankg. 10 abgeholt worden.“ Nach dem Aktenverlauf wurde kaum etwas restituiert, da sie keine Besitzbelege vorweisen konnte, und auch die Forderung nach Rückgabe der Bücher wurde abgewiesen, noch im Mai 1974. Wie oben dargestellt, wurden den Dokumenten im BDA-Archiv zufolge die vier Theaterbücher Graubards Vertreter übergegeben. Trotz unklarer Besitzverhältnisse wurde der Forderung nach diesen vier Büchern nachgegeben – doch dies war die einzige Forderung Graubards, die erfüllt wurde. Im Vergleich zum ebenfalls zurückgeforderten Auto oder den Gemälden waren die Bücher zweifellos die Gegenstände, die den geringsten materiellen Wert darstellten – und nur sie wurden übergeben.
Aus einer Statistik[58] geht hervor, dass zwischen 1969 und 1986 nur eine geringe Zahl von Restitutionen erfolgte. Betreffend die „10 Kisten Theaterliteratur“ finden sich folgende Zahlen: 1969: 2981; 1986: 2972. Nach dieser Angabe wurden also neun Bücher restituiert; nach den oben zitierten Anträgen bzw. unterzeichneten Übernahmen waren es elf Titel. Die Differenz der Anzahl ist unklar, da die genannten Titel laut der Liste in der Wiener Zeitung vom 2. September 1969 selbständig erschienen sind, und sich diese Titel nicht mehr im KMB befinden. Auch ein Vergleich der unterschiedlichen Listen (der Liste „Depot Mauerbach Theaterliteratur“[59], die die in den Büchern vorhandenen Besitzvermerke und Stempel enthält; der Liste der Wiener Zeitung vom 2. September 1969; der Übernahmeliste zum Zeitpunkt der Auktion sowie der neu erstellten KMB-Inventarliste des Don Juan Archivs) kann diese Differenz nicht gänzlich erklären[60].
Text: Brigitte Dalinger
[1] Frodl-Kraft, Eva: Gefährdetes Erbe. Österreichs Denkmalschutz und Denkmalpflege 1918-1945 im Prisma der Zeitgeschichte. Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 1997, 310.
[2] Schreiner, Evelyn: Nationalsozialistische Kulturpolitik in Wien 1938-1945 unter spezieller Berücksichtigung der Wiener Theaterszene. Diss. Wien: 1980, 262.
[3] Langer, Mirjam Helga: Wiener Theater nach dem “Anschluss“ 1938 im Fokus nationalsozialistischer Arisierungsmaßnahmen dargestellt am Beispiel des Bürgertheaters. Diplomarbeit. Wien: 2009, 100.
[4]Vgl. Langer, Wiener Theater nach dem „Anschluss“ 1938, 99f.
[5] Vgl. Schreiner, Nationalsozialistische Kulturpolitik in Wien 1938-1945, 263f.
[6] Vgl. Hammer, Katharina: Glanz im Dunkel. Die Bergung von Kunstschätzen im Salzkammergut am Ende des 2. Weltkrieges. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1986, 265. Siehe auch Dalinger, Zur Theatersammlung von Edward Gordon Craig.
[7] Diese Darstellung folgt Weiß, Wolfgang: "Vorsicht Marmor – nicht stürzen!" Die wahre Geschichte über die Rettung der Kunstschätze in den Salinen von Altaussee 1945. Graz: Ares, 2009, 10.
[8] Weiß, "Vorsicht Marmor – nicht stürzen!", 10.
[9] Vgl. Akten im Archiv des Bundesdenkmalamt (im folgenden BDA-Archiv), wo mehrmals „9 Kisten ‚Solo’“ genannt werden, etwa in BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 22 Altaussee II, Mappe 17, Liste: „Im Salzberg Alt-Aussee vorhandene Kunstgegenstände am 28.11.1947“, Anmerkungen zum Inventarverzeichnis, S. 29: „Nr. 775-783 nicht Eigentum Gutmann, sondern Gordon Craigh, 1 Kiste sign. I Theaterliteratur, wahrscheinlich Gordon Graigh [sic], dazu noch 9 Kisten ohne Signatur, (Versandkisten der Fa. Solo, enthl. Theaterliteratur, wahrscheinlich auch Gordon Craigh“. Ferner in BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 33 (Craig), Zl. 4949/56 Abschrift einer Bestätigung des Empfangs von Kunstgegenständen im Salzberg, Alt-Aussee, am 14.7.1948, gez. Sgt. John J Erickson: „InvNr. 775-783 9 Kisten, sign. A-H, bzw. D I.Alt-Aussee / 1 Kiste sign. I. / 9 Kisten ‚Solo’“. Ferner in BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 27/1, Mappe 16, Z.Zl 1854 V. 1949, Niederschrift: „Gegenstand bildet die Uebernahme bzw. die Uebergabe von 10 (zehn) Kisten mit oesterreichischer Theaterliteratur bezeichnet mit ‚Solo’, von der Amerikanischen Militaerregierung-Property Control durch das Bundesministerium f.V.u.W. und Uebergabe an die Depotleiterin Frau Dr. Erika Kirchner.“ Auch in der Übergabe- Übernahme-Bestätigung, datiert mit 23. Juli 1969, betreffend die Einlagerung in die Kartause Mauerbach wird von „10 Kisten Theaterliteratur ‚Solo’“ geschrieben, in BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mappe 7a. Ferner in BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 36/2 / PM Graubard, Emilie, Auszug aus LGZRS Wien 28.11.1974 (eine Art Protokoll): „Dr. Podlessnig gibt dazu informativ an: / die Theaterliteratur war in 10 Kisten mit der Aufschrift Solo Schuhpasta.“
[10] Vgl. die entsprechenden Dokumente in: BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 27/1 (Bergung), Mappe 16, Blatt 21.
[11] Vgl. Kubin, Ernst: Sonderauftrag Linz. Die Kunstsammlung Adolf Hitler. Aufbau, Vernichtungsplan, Rettung. Wien: Orac, 1989, 95.
[12] Vgl. dazu auch Hammer, Glanz im Dunkel, 114.
[13] Vgl. Frodl-Kraft, Gefährdetes Erbe, 357.
[14] Vgl. die interessante Niederschrift „von Dr. Zykan“, so ein Bleistiftvermerk, datiert „Wien, am 10. August 1945“, in der beschrieben wird, dass der Gauleiter Eigruber den Bergungsort Salzbergwerk Bad Aussee sprengen wollte, dass dies verhindert wurde etc., welche Bestände eingelagert sind und wie die US-Behörden nun damit umgehen. In: BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 22 Altaussee I (Mappe 6). Zu den Vorgängen 1945 siehe Weiß, "Vorsicht Marmor – nicht stürzen!".
[15] Siehe Anm. 9.
[16] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 33 / PM Craig, Gordon, fol. 1-22, zu Zl. 4949/56.
[17] Bescheid / zu Zl. 4949/56 / Z. 57.880-2/48: Die Kisten wurden am 9. Juli 1948 zur Überführung nach Salzburg freigegeben und dort folgendermaßen beschrieben: „9.) 9 Kisten, bezeichnet A-H, resp.D/I Alt-Aussee lfd. Nr. 775-783 (Gordon Craigh); 10.) 2 Kisten – gleiche Größe und Art wie die obigen 9 Kisten (und mit ihnen verlagert).“ Die Solo-Kisten werden hier nicht angeführt. Vgl. BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 33 / PM Craig, Gordon, fol. 1-22, zu Zl. 4949/56.
[18] „Übernahme und Verwahrung von Kunstgegenständen“, in: BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 27/1 (Bergung), Mappe 16, Blatt 21. [Hervorhebung im Original.]
[19] „Übernahme und Verwahrung von Kunstgegenständen“, in: BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 27/1 (Bergung), Mappe 16, Blatt 21. „Z.Zl. 1854 V. 1949“.
[20] „Verzeichnis der in Verwahrung des Bundesdenkmalamtes befindlichen Gegenstände, deren Eigentümer unbekannt sind.“ In: BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 27 (Bergung).
[21] Lillie, Sophie: "'Herrenlos?' Die ungekläre Akte Mauerbach". In: Reininghaus, Alexandra (Hg.) Recollecting. Raub und Restitution. Wien: Passagen, 2009, 211-223, hier 211. Lillie gibt als Quelle ein unveröffentlichtes Typoskript aus dem Bundesministerium für Finanzen an.
[22] Sailer, Gerhard: "Rückbringung und Rückgabe: 1945-1966". In: Brückler, Theodor (Hg.): Kunstraub, Kunstbergung und Restitution in Österreich 138 bis heute. Wien, Köln, Weimar: 1999, 31-38, hier 37.
[23] Sailer, „Rückbringung und Rückgabe: 1945-1966“, 38.
[24] Sailer, „Rückbringung und Rückgabe: 1945-1966“, 37.
[25] Vgl. Haslinger, Kurt: "Mauerbach und der lange Weg bis zur Auktion: 1969-1996". In: Brückler, Theodor (Hg.): Kunstraub, Kunstbergung und Restitution in Österreich 1938 bis heute. Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 1999, 39-52, hier 40.
[26] Hammer, Glanz im Dunkel, 21.
[27] Hammer, Glanz im Dunkel, 184.
[28] Hammer, Glanz im Dunkel, 237.
[29] Vgl. Hammer, Glanz im Dunkel, 237, 258.
[30] Sailer, „Rückbringung und Rückgabe: 1945-1966“, 38.
[31] Vgl. BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 8: Kartause Mauerbach, Akten 1972, S. 29, 30, siehe auch S. 6, 21.
[32] Haslinger, „Mauerbach und der lange Weg bis zur Auktion“, 42.
[33] Lillie, „Herrenlos?“, 213. Vgl. dazu auch Czernin, Hubertus: "Vorwort". In: Anderl, Gabriele u. Alexandrea Caruso (Hg.): NS-Kunstraub in Österreich und die Folgen. Innsbruck: Studien Verlag, 2005, 7-9, hier 8: Hubertus Czernin zur Mauerbach-Auktion: „Dort waren viele vorgeblich herrenlose Kunstwerke versteigert worden, deren einstige Besitzer ohne größeren Aufwand hätten ermittelt werden können.“
[34] Vgl. Lillie, „Herrenlos?“, 220. Siehe Zechner, Ingo. "Zweifelhaftes Eigentum. Fußnoten zur Kunstrestitution in Österreich". In: Anderl, Gabriele u. Alexandrea Caruso (Hg.): NS-Kunstraub in Österreich und die Folgen. Innsbruck: Studien Verlag, 2005, 235-246, hier 241 f.
[35] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Enthält um 10 Mappen, in denen von ungefähr 1965 bis 1972 die Vorgänge rund um die späteren Mauerbach Kunstgegenstände dokumentiert sind, bzw. die Vorläufe und Aktengänge rund um den „Entwurf eines Kunst- und Kulturgut-Bereinigungsgesetzes“.
[36] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 1a: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Akten 1965-1966: "Entwurf" 1.3.1966, S. 65-68.
[37] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mauerbach. Mappe 1a: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Akten 1965-1966: "Entwurf" 1.3.1966, S. 65-68.
[38] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 1b: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Restitutionen, Akten 1966, S. 75, 78.
[39] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 1b: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Restitutionen, Akten 1966, S. 116-119.
[40] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 1b: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Restitutionen, Akten 1966, S. 119. In diesem Schreiben wurde Franz Hadamowsky vermutlich irrtümlich zu „Wilhelm Hadamovsky“.
[41] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 1b: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Restitutionen, Akten 1966, S. 118.
[42]BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 1b: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Restitutionen, Akten 1966, S. 116.
[43] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 1b: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Restitutionen, Akten 1966, S. 116f.
[44] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 1b: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Restitutionen, Akten 1966, S. 116.
[45] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 2: Depot Mauerbach Theaterliteratur. Eine Kopie dieser Mappe findet sich im Don Juan Archiv, Komplex Mauerbach, Archivmaterial Ordner 1.
[46] Vgl. BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 1b: Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz, Restitutionen, Akten 1966:, S. 120, 125, 133.
[47] Vgl. BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 7a: Kartause Mauerbach, Akten 1968-197, S. 111.
[48] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29/1, Mauerbach II. Akten 1974-1979, Mappe 4 B, Kunst- und Kulturgut-Bereinigungsgesetz 1969, Rückseite von Nr. 37, Brief von Podlesnigg an das Bundesministerium für Finanzen, vom 12. März 1979.
[49] Diese Theatertexte finden sich ausschließlich in der im Amtsblatt der Wiener Zeitung am 2. September 1969 gedruckten Liste. In der Mappe „Depot Mauerbach Theaterliteratur“ finden sie sich nicht, d.h., dass keiner dieser Drucke einen Besitzvermerk hatte. In der Übergabeliste und in der aktuellen Inventarliste sind sie nicht erfasst.
[50] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 50/3 / PM Zappert, Oskar. Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland an das Bundesdenkmalamt, Wien, 24. Oktober 1969.
[51] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 50/3 / PM Zappert, Oskar. Oskar Zapperts Adresse 1969: 1100 Wien, Davidgasse 76-80/10/11. Zu Oskar Zappert findet sich kein Akt im Staatsarchiv, Akten der Finanzprokuratur, Abt. 6.
[52] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 31/2 / PM Beck, Richard Karl. Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland an das Bundesdenkmalamt, Wien, 22. März 1971.
[53] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 31/2 / PM Beck, Richard Karl. Bundesdenkmalamt an die ,Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland, Wien, 21. November 1972.
[54] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 31/2 / PM Beck, Richard Karl. Als Adresse gab Beck 1970 an: Richard Paul Beck, 1190 Wien, Weinzingergasse 14/38. Trotz der oben zitierten Aktennummer konnte im Staatsarchiv kein eindeutiger Akt zu Becks Forderung gefunden werden. Vgl. Staatsarchiv, Akten der Finanzprokuratur, Abt. 6, VI 15349, Richard Beck: In den Unterlagen ist auch teilweise von Richard P. Beck die Rede, es bleibt aber unklar, ob dieser mit dem oben genannten Richard Paul Beck identisch ist. Richard P. Beck suchte um Rückstellung von Wertpapieren an, nach dem Ersten Rückstellungsgesetz. Sein Antrag wurde abgewiesen (Ansuchen Juli 1953, Antwort Februar 1954). Die Adresse von Richard P. Beck lautete: Wien 4, Rechte Wienzeile 15. Im weiteren Aktenverlauf geht es um ein Haus mit Garten in Nußdorf, das an Richard Beck (Kaufmann in Caracas, Venezuela) und Martha Jones, geb. Beck (Private in Brooklyn) restituiert wurde.
[55] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 36/2 / PM Graubard, Emilie. Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland an das Bundesdenkmalamt, Wien, 15. Oktober 1971.
[56] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 36/2 / PM Graubard, Emilie, LGZRS Wien 28.11.1974.
[57] Staatsarchiv, Akten der Finanzprokuratur, Abt. 6, VI-29766: Emily Ortner Graubard, geb. E. Oppenheim.
[58] Vgl. Brückler, Kunstraub, Kunstbergung und Restitution, S. 365.
[59] BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 29, Mauerbach. Mappe 2: Depot Mauerbach Theaterliteratur. Eine Kopie dieser Mappe findet sich im Don Juan Archiv, Komplex Mauerbach, Archivmaterial Ordner 1.
[60] Sicher ist, dass elf Bücher aus dem KMB restituiert wurden; die Signaturen aber verschieben sich nur um zehn Nummern, eine Verschiebung, der ein Schreibfehler zugrunde liegt (wobei der „alten“ Signatur 2293 – Axel Steenbruch: Kleine Dramen – zwei neue Signaturen zugeteilt wurden: 2287 und 2288).