Der Komplex Mauerbach (KMB) besteht aus rund 2.950 Bänden mit etwa 4.500 Theatertexten und Libretti, erschienen von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis um etwa 1930. Recherchen zeigten, dass dieser Bestand 1943 oder 1944 im Salzbergwerk Altaussee eingelagert wurde, der ursprüngliche Besitzer konnte bis jetzt nicht eruiert werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Theatertextsammlung erst von den US-Behörden übernommen, 1949 wurde sie an die österreichische Verwaltung übergeben. Gemeinsam mit anderen in der NS-Zeit unter unklaren Umständen gekauften und geraubten Kunstwerken wurde die Theatersammlung in der namensgebenden Kartause Mauerbach nahe bei Wien gelagert.
Die gesamte Sammlung Mauerbach wurde durch das Auktionshaus Christie's zugunsten der Opfer des Holocaust im MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst Wien am 29. und 30. Oktober 1996 (Mauerbach Benefit Sale) versteigert. Die Theaterbüchlein wurden hierbei unter Los 749-60 bei der Vormittagssitzung am 30. Oktober 1996 geführt und vom jetzigen Eigentümer erworben. Von 2003 bis 2006 war der Bestand zur Forschungsförderung dem Wiener Da Ponte Institut ( www.daponte.at ) überlassen. 2007 wurde das Don Juan Archiv Wien mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Bestands betraut.
Der Komplex Mauerbach: Zur Geschichte einer Theatersammlung
Projektbetreuerin: Brigitte Dalinger
Archivarin: Margot J. Pernerstorfer
Webseitentext: Brigitte Dalinger und Gabriele C. Pfeiffer
[Archiv]
