Don Juan Archiv - Wien, Forschungsverlag
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Krüger, Ephraim Benjamin: Mahomed der Vierte. Wien: 1751. Bis dato älteste Büchlein im Komplex Mauerbach. MB 1435 (Don Juan Archiv Wien)
Screenshot der digitalen Bibliothek zum Komplex Mauerbach

Komplex Mauerbach

 

Der Komplex Mauerbach (KMB) ist eine Theatersammlung, bestehend aus rund 2.975 Bänden mit etwa 4.500 Theatertexten und Libretti. Gedruckt wurden diese von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis um 1930 im deutschsprachigen Raum (etwa in Wien, Berlin, Leipzig), zumeist in deutscher Sprache. Diese Theatersammlung wurde im Rahmen des „Mauerbach Benefit Sale“ durch das Auktionshaus Christie’s zugunsten der Opfer der Schoah im MAK (Österreichisches Museum für angewandte Kunst) am 29. und 30. Oktober 1996 vom jetzigen Eigentümer erworben.

Von 2003 bis 2006 war der Bestand zur Forschung dem Wiener Da Ponte Institut (www.daponte.at) überlassen, 2007 wurde das Don Juan Archiv Wien mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Bestands betraut. Ziel der Aufarbeitung sind die Inventarisierung des Bestandes, der Druck eines Kataloges (der Details sowohl zu den einzelnen Theatertexten als auch zu dem Buchvermerken wie Widmungen, Ex libris, Stempel u. ä. enthält), die Digitalisierung der Bände sowie die Erforschung der Geschichte des KMB und der darin enthaltenen Bücher.

Gabriele C. Pfeifer kontrollierte, von Christoph Taumberger unterstützt, die Inventarliste von 1996 und erstellte eine korrigierte mit Stand 2007. Unter der Leitung von Matthias J. Pernerstorfer wurde 2008 die notwendige konservatorische Maßnahme ergriffen, den Buchbestand in säurefreien Schachteln zu lagern. Zudem begann die Digitalisierung der technischen Seiten der Bände, Margot Pernerstorfer erledigte die Erfassung der ersten 2200, Nora Gumpenberger der restlichen. Dabei wurden die von den Drucken (und einzelnen Manuskripten) übernommenen Daten kontrolliert.

Gleichzeitig wurde Brigitte Dalinger engagiert, um die Geschichte des KMB zu untersuchen. Die historischen Recherchen zur Theatersammlung wurden auf mehreren Ebenen angesetzt. Das epistemologische Interesse galt der Sammlung als solcher und den einzelnen Büchern. Erstens war es notwendig, der Herkunft und Geschichte dieser Theatersammlung als Ganzes nachzugehen, zweitens ihre heutige Zusammensetzung nachzuvollziehen, und drittens, den Hinweisen in den einzelnen Büchern und Theatertexten zu folgen. Mittlerweile konnte insbesondere die Frage, wer den KMB gesammelt hat, und weshalb die Bücher von den NS-Behörden im Salzbergwerk Altaussee eingelagert worden sind, geklärt werden. Eine Publikation ist in Vorbereitung.

Parallel zur historischen Forschung wurde an einer digitalen Bibliothek gearbeitet, die mehr sein sollte, als ein bloßes bibliographisches Nachweissystem, das die Möglichkeit zur Ansicht von Digitalisaten bietet. Die von Treventus Mechatronics (http://www.treventus.com) entwickelte Software NAINUWA™ bietet einen bequemen Zugang (schnelles und stufenloses Zoomen etc.) und zahlreiche interessante Möglichkeiten für die Visualisierung des Datenmaterials (etwa Darstellungsformen, die einen quantitativen Überblick über die Sammlung geben). Als Forschungskooperation wurde von August 2010 bis November 2012 eine Präsentation des KMB erarbeitet, und auch in die Weiterentwicklung von Treventus (ScanGate™) sind Anregungen aus dieser Zusammenarbeit eingeflossen.

 

NAINUWA bietet für den KMB zwei Ansichtsmodi:

- Nach Stücken

- Nach Bänden

 

Die Ansicht nach Stücken eignet sich bei bibliographischem Interesse, da es hier möglich ist, die einzelnen Titel nachzuweisen und zumindest die technischen Seiten anzusehen.

Wer sich für die Bestandsgeschichte interessiert, dem ist die Recherche nach Bänden zu empfehlen, da diese ein vergleichen von Einbänden etc. ermöglicht.

 

Voraussetzung für die Verwendung von NAINUWA ist, dass Microsoft Silverlight installiert ist.

Ein Benutzerleitfaden findet sich hier.

 

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Letztes Update: 22.02.2015
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