Don Juan Archiv - Wien, Forschungsverlag
Cover-Entwurf zur Documenta Dramatica
Manuskript für einen Theaterzettel zur Aufführung von „Amor der Tyrann“ in Prag 1718
Manuskript des zweisprachigen Argomento resp. Jnhalt von Canzachis „L’impostura vendicata“ (1749)

Documenta dramatica

 

Reinhart Meyer ist Bibliograph und Kulturwissenschaftler. Es geht ihm um eine möglichst vollständige Dokumentation der Theaterproduktion im 18. Jahrhundert in ihrer sprachlichen und formalen Vielfalt. Dazu werden Manuskripte und Drucke, Theaterzettel und Programmhefte, ja sogar bloße Aufführungsnachweise berücksichtigt. Rezensionen und Kritiken sind ebenfalls verzeichnet. Neben deutschen Titeln stehen lateinische, italienische und französische, aber auch russische, polnische, tschechische, ungarische, niederländische oder englische Werke, die in Schulen und Universitäten, auf Jahrmärkten oder in Gasthöfen, städtischen und höfischen Bühnen oder zu einer Kaiserkrönung aufgeführt worden sind.

Erstmals wird die Aufführungs- und Druckgeschichte der Klassiker so vollständig wie möglich dokumentiert. Sichtbar wird aber zudem die Bedeutung von Theaterformen wie der Wanderbühne, deren Repertoire vielfach nur durch Theaterzettel oder Szenare bekannt ist, die aber als Kulturvermittler eine besondere Rolle spielten.

Das Theater von Jesuiten, Benediktinern, Piaristen und anderen Orden, zu dem die Stücktexte nur in Ausnahmefällen vollständig gedruckt worden sind, wird in der Documenta dramatica erstmals in seinem vollen Umfang nachgewiesen. Es wird deutlich, wie hoch der Anteil des Ordenstheaters an der gesamten Theaterproduktion im Heiligen Römischen Reich gewesen ist. Das ändert auch die Einschätzung der „deutschen“ Theatergeschichte unter georgraphischem Gesichtspunkt entscheidend, denn die Zahl der Uraufführungen im süddeutsch-katholischen Raum übersteigt jene der norddeutsch-protestantischen Zentren der Theaterentwicklung bei weitem.

 

Gliederung

Die Documenta dramatica ist in fünf Abteilungen gegliedert.

 

(1.) Die Stücke sind erfasst unter Einzeltitel.

(2.) Sie sind erschlossen durch Register zu:

Personen

- Autoren

- Komponisten

- Choreographen

Schlagwörtern

- Bühnenstücke (mit Musik)

- Musiktheater

- Ballett.

(3.) Werkausgaben, Sammlungen und Reihen werden eigens verzeichnet.

(4.) Eine kommentierte Bibliographie der Theaterjournale des 18. Jahrhunderts und

(5.) ein Literaturverzeichnis, das sowohl historische Beiträge als auch moderne Arbeiten vereint, runden das Werk ab.

 

Für Buchforschung & Antiquariate

Gilt es, einen Dramendruck zum Theater des 18. Jahrhunderts zu identifizieren, ist die Documenta dramatica ein unschlagbares Hilfsmittel. Dieses Werk versammelt alle Drucke, Manuskripte und Aufführungsbelege zu einem Stück im Anschluss an die Nennung der frühesten bekannten Quelle. Über das Autorenregister resp. bei anonymen Drucken über das Schlagwortregister gelangt man an die entsprechende Stelle und kann dort erkennen, ob es sich um den Erstdruck, eine spätere Auflage, einen Raubdruck etc. handelt.

Die Voraussetzung dafür ist durch eine exakte Beschreibung des jeweiligen Druckes gegeben. Diese beginnt mit der zeichengetreuen Transkription des Titelblattes, gefolgt von Informationen zu Umfang und Format. Zudem wird die erste Textseite samt Angaben zur Bogenzählung abgedruckt, da oft erst hier Abweichungen zwischen unterschiedlichen Drucken eines Werkes festzustellen sind. Damit ist eine eindeutige Identifizierung eines Druckes gewährleistet. In Kombination mit dem Verzeichnis der Liegeorte und Signaturen, das Aufschluss darüber gibt, wie häufig dieser Druck nachgewiesen ist, ist damit die Grundlage für die Bestimmung seines Wertes gegeben.

 

Eintauchen in die Geschichte(n)

Über die Beschreibung der Quellen hinaus bietet die Documenta dramatica umfangreiches zusätzliches Material. Widmungen zeigen, für wen ein Stück geschrieben oder gedruckt wurde und in Vorreden äußern sich die Autoren oft programmatisch zu ihrem Werk. Viele Stücke wurden jedoch überhaupt nicht zum Druck gebracht, weshalb Inhaltsbeschreibungen auf Theaterzettel von größtem Wert sind. Diese sind ebenso in großer Zahl vollständig abgedruckt wie Beschreibungen von Balletten.

Durch diese Widmungen, Vorreden, Inhalte und Szenare, die durch Kursivdruck von den sonstigen Informationen abgehoben sind, sollen die Benutzer dazu verlockt werden, die Documenta dramatica auch als Lesebuch zu benutzen.

 

Einblicke in die tägliche Theaterpraxis

Theaterzettel, die als Werbung dazu dienten, das Publikum ins Theater zu locken, sind von besonderer Bedeutung für die Theater- und Kulturgeschichte. Sie überliefern mehr als jedes andere Medium Informationen zum Theateralltag, wenn sie über die aufführende Gesellschaft, den Spielort, den Titel und häufig auch den Autor informieren, darüber hinaus in vielen Fällen die dramatis personae und Schauspieler nennen und besondere Rollen der komischen Person, Verwandlungen der Bühne etc. ankündigen. Preise, Einlass und Beginnzeit werden regelmäßig genannt.

Die Documenta dramatica weist über 3.000 Theaterzettel nach und bringt eine großen Teil davon im Volltext, wodurch diese Material, das bislang nur schwer zugänglich war, für das 18. Jahrhundert mustergültig erschlossen ist.

 

Umfang

Gliederung

Bände

Seiten

1. Einzeltitel

20

10.000

2. Register zu den Einzeltiteln

3

1.500

3. Werkausgaben – Sammlungen – Reihen          

3

1.500

4. Theaterjournale

1

500

5. Literaturverzeichnis

1

250

 

Produzent & Kontakt

Matthias J. Pernerstorfer

E-Mail: matthias.j.pernerstorfer(at)donjuanarchiv(dot)at

Don Juan Archiv Wien

A-1080 Wien | Trautsongasse 6/6

www.donjuanarchiv.at

 

 

 

Letztes Update: 11.06.2018