Kooperationspartner
Ziel und Inhalt des Projekts ist die Erkundung der Aufgabe des Übersetzens als intellektuelle und künstlerische Tätigkeit, die auf sprachlicher, kultureller, politischer Ebene zwischen den unterschiedlichen europäischen Kulturen vermittelt, deren Verschiedenheiten jedoch nicht einebnet, vielmehr ihr jeweiliges Anderssein sichtbar macht.
Innerhalb dieses Gesamtprojekts finden Veranstaltungen der diversesten Art statt: vom 4. - 5. Juni 2009 in Paris eine Tagung zum Thema Übersetzen, Psychoanalyse und Philosophie, Anfang September 2010 eine Summerschool in Neapel zum Thema der kulturellen Unübersetzbarkeiten von Begriffen wie 'Heimat', vom 22. - 29. November 2010 schließlich, als Abschluss, ein Übersetzungs-Festival in Neapel mit Lesungen, Workshops, Übersetzen mit Kindern und anderem mehr, das die gesamte Stadt einbeziehen soll und auf Straßen, Plätzen, Schiffen im Hafen, in Innenhöfen, Palais, Buchhandlungen, Theater, Schulen, Universitäten... stattfinden wird und dabei die konventionellen Barrieren zwischen wissenschaftlich-akademischer Kultur und populärer Alltagskultur, zwischen Institutionen und urbanem Raum aufheben soll.
Basisfinanzierung: Kulturprogramm 2007-2013 der Europäischen Union
Projektdauer: 2008-2010
Projektleitung: Camilla Miglio, Universität Neapel L'Orientale (Koordinatorin); Dieter Hornig, Universität Paris 8 (Co-Koordinator); Johanna Borek, Universität Wien (Co-Koordinatorin)
Partner: Walter Schmitz, TU Dresden; George Gutu, Universität Bukarest; Sakine Eruz, Universität Istanbul
Die Wiener Veranstaltung (12. - 15. November 2009):
Im Gegensatz zu den Veranstaltungen in Paris und Neapel gehen wir hier von einer aktuellen Problematik aus: der ideologisch und politisch motivierten, missbrauchbaren und (auch in Österreich) massiv missbrauchten Konstruktion 'reiner Kulturen', die ein 'christliches Abendland' einem diffusen, immer bedrohlichen islamischen Raum gegenüberstellt. Dem konstruierten 'Clash of Civilizations' jedoch widerspricht eine verwickelte Geschichte des Ineinanders von 'Okzident' und 'Orient', in der Übersetzungsprozesse von jeher eine entscheidende Rolle gespielt haben.
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Im Rahmen des Projekts finden zwei Veranstaltungen in Kooperation mit dem Don Juan Archiv Wien statt:
"Don Juan auf der Reise durchs Mittelmeer"
Gespräch und Lesung
Vorträge mit Michael Rössner (Österreichische Akademie der Wissenschaften) und H. E. Weidinger (Don Juan Archiv Wien); Lesung: Sebastian Baur (Berlin); Moderation: Camilla Miglio (Universität Neapel L'Orientale)
Ort: Volkstheater, Rote Bar
Datum: Sa. 14.11.2009, 10.00-13.00
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"Don Juans Frauen übersetzen sich in Szene"
Szenische Übersetzung, Podiumsdiskussion, Konzert und DJ
Ort: Volkstheater, Rote Bar
Datum: So. 15.11.2009
22.30-01.00
Szenische Übersetzung mit Susi Stach.
Gespräch zum Theaterübersetzen mit: Ulf Birbaumer (Wien), Gabriele C. Pfeiffer (Wien), Dieter Hornig (Paris), Stephan Müller (Zürich), Michael Rössner (Wien), Helen Zellweger (Wien).
01.00-04.00 Abschlußfest der wiener Gesamtveranstaltung "Übersetzen im Mittelmeerraum" mit Live Musik von Fatima Spar and The freedom Fries und DJ Miss Ümit
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Projektbetreuung und Webseitentext: Michael Hüttler, Johanna Borek
Veranstaltungen des Österreichischen Historischen Institut Rom in Kooperation mit dem Don Juan Archiv Wien und dem Verein der Freunde des Archivs der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien:
La Cultura del Fortepiano
Die Kultur des Hammerklaviers
1770-1830
hrsg. von Richard Bösel
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Arthur Schoonderwoerd
spielt auf einem Hammerflügel von André Stein, Wien 1820
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am 19. Oktober 2009 im Steinernen Saal, Musikverein, Wien
"Ohne reisen ist man wohl ein armseeliges geschöpf!"
Post, Zeitungswesen und Reisekunst bis in die Zeit Mozarts
Das Projekt "Mozart. Post. Reisen." befaßt sich in drei Teilen mit den infrastrukturellen, technischen, organisatorischen und ideellen Voraussetzungen der Mozart'schen Reisetätigkeit:
1. "Post und Verkehr" beschreibt die Entwicklung des Postsystems, ihrer Verkehrsrouten und ihrer Beförderungsmittel, welche die europaweite Reisetätigkeit der Mozarts erst ermöglichten - selbst dann, wenn sie nicht den Postwagen, sondern die eigene Kutsche (erstmals ab 1762/63) benützten. Ein funktionierendes Postwesen bot auch die Voraussetzung für die rege Korrespondenztätigkeit der Familie Mozart, die bis heute das biographisch aufschlußreichste schriftliche Quellenmaterial bietet.
2. "Post und Medien" zeigt die Herausbildung der modernen Zeitung in engem Zusammenhang mit dem sich entwickelnden Postwesen. Erstere beruht ja auf der verläßlichen Nachrichtenverbreitung und geregelten Distribution, wie sie die Post gewährleistete. Die Zeitung spielte im aufgeklärten, politisch interessierten und professionellen Leben der Mozarts eine wichtige, zumeist unterschätzte Rolle. Einen Schwerpunkt dieses zweiten Teils bildet die Entstehung des osteuropäischen Zeitungswesens.
3. "Die Kunst des Reisens" befaßt sich mit der Geschichte des Reisens, der Reiseliteratur und der Reisepädagogik - von der adeligen "Grand Tour" bis zur aufgeklärten bürgerlichen Bildungsreise. Unter anderem beinhaltet dieser Teil die Geschichte der "Ars apodemica", also der umfangreichen und detaillierten Anleitungen zur Reisekunst, wie sie auch Leopold Mozart, der erfahrene Reiseorganisator und Pädagoge, benützte. Weiters wird aufgezeigt, inwiefern Leopolds Bemühungen, mit den ausgedehnten Fahrten nicht nur die musikalische Karriere seines Sohnes zu fördern, sondern sie auch für weltoffene Bildung und wissenschaftliche Unterrichtung seiner Kinder zu nutzen, dem Geist seiner Epoche entsprach. Weitere Forschungsvorhaben zum Thema "Kunst des Reisens" sind die Untersuchung der ersten Reise Mozarts nach Wien und Preßburg (1762) sowie die Geschichte des von Leopold Mozart in Preßburg erworbenen eigenen Wagens, der die Familie auf ihrer ersten großen Europa-Tournee (1763-1766) begleitet hat.
Die Arbeit abschließend, folgt eine Dokumentation über St. Gilgen, dem Herkunftsort von Anna Maria Mozart, geb. Pertl, der Mutter und Reisegefährtin Mozarts, sowie späteren Wohnort von Mozarts Schwester Anna Maria ("Nannerl"). Unter anderem werden darin beispielhaft regionale Postwege und Beförderungsmöglichkeiten von Briefen und Personen im Mozart'schen Umfeld und Familienkreis aufgezeigt.
Zu allen genannten Themen wird eine ausführliche chronologische Bibliographie erstellt.
Projektbetreuung und Webseitentext: Redaktion Tagbau, Käthe Springer-Dissmann